Sonntag, 3. Mai 2015

Rezept: Tomaten-Muffins mit Rosmarin & Thymian.

Hallo Welt!

Am Wochenende ist es mit meiner Motivation so eine Sache: Manchmal rennt sie einfach nackig mit ‘nem Cocktail über die Wiese. Ich gebe zu, den Spruch habe ich mir nicht selbst ausgedacht - das muss ein wortgewandter Mensch gewesen sein, den dasselbe Schicksal plagte. Aber es ist auch eine verflixte Situation: Meine Küche hier in Hamburg ist eine uralte, muffelige, braune Einbauküche, die überall klappert. Sie ist offen und durch das kleine Mäuerchen (zu sehen im letzten Post) vom Wohnraum getrennt - die „Vorzüge“ einer 1-Zimmer-Wohnung. Trotzdem mag ich die kleine Wohnung hier mit der großen Fensterfront mit Blick in die benachbarten Gärten, dem Backsteinmäuerchen und dem hellen, gekalkten Laminat eigentlich ganz gern, aber: die Küche. Ihr erinnert Euch. Hinzu kommt, dass einzelne Teile meiner Küchenausstattung in Wiesbaden sind, damit der Herzmann auch die Möglichkeit hat sich ein Essen zu machen. Kurzum: Ich habe keine Lust in dieser Küche wirklich zu kochen oder zu backen. Hinzu kommt, dass ich eh nur mich selbst bekochen muss. Und weil dieser Zustand ja für mich nicht der „Normalzustand“ ist, kann ich mich einfach nicht dazu aufraffen für mich alleine ein richtig schönes Abendessen zu kochen oder einen Kuchen zu backen. Wobei der Kuchen schon längst überfällig ist, ich weiß - huhu, liebe Kollegen!


Doch heute möchte ich das äußerst schmackhafte Tomatenmuffins-Rezept hier nutzen, um Euch von einem kulinarischen Problemfall zu berichten, nämlich mir: Die Tomate und ich - wir mussten uns über all die Jahre langsam annähern. Bis ich Anfang zwanzig war konnte ich Tomaten nur in folgender Form ertragen: Als Soße auf meiner Pizza, als Ketchup zu meinen Pommes Frittes oder als Soßenbestandteil zu meiner Pasta. So duldete ich z. Bsp. auch stets nur die Brühe von Tomatensalat über meinen Nudeln - und nicht die Tomatenstücke. Wenn es einmal schnell gehen sollte und meine Großeltern spät samstags von der Arbeit nach Hause kamen, machte meine Oma oft Tomatensalat, den sie mit Zwiebeln, Essig und Öl anmachte und ihn mit Nudeln und frischen Koteletts servierte. Dieses schnelle Mahl kochte später auch meine Mama ab und an für mich und nach dem Tod meiner Oma auch für meinen Opa, weil wir es beide sehr mochten. Ja, man könnte sagen, dass ich immer um die Tomate ein wenig herumgetänzelt bin, ihren Geschmack natürlich nicht vollkommen ablehnte, aber dennoch etwas skeptisch war. Ihr Tomatenskeptiker unter Euch - do you feel me?


 Zutaten + Zubereitung 

Was Du für die Muffins (ca. 12 Stück) brauchst:

  1 Packung Rosmarinzweige (ca. 10 Stiele - inklusive Deko)
 1 Packung Thymian-Zweige (ca. 15 Stiele - inklusive Deko)
 500 g Mini-Tomaten/Kirsch-Tomaten
 90 g geriebener Parmesan 
12 Scheiben Lachsschinken 
 80 ml Olivenöl
 250 g Magerquark
 75 ml Milch
 2 Eier (Kl. M)
 300 g Mehl
 2 Tl Backpulver 
Fett für die Formen bzw. Muffinförmchen

Wie Du die Muffins machst:

1. Thymianblättchen und Rosmarinnadeln fein hacken. Für die Deko ein paar Stiele zur Seite legen. Tomaten halbieren.
2. Olivenöl, Quark, Milch und Eier verrühren. Mehl und Backpulver mischen und mit den Kräutern und dem Parmesan unter den Teig rühren.
3. Die Mulden einer Muffinform fetten oder ggf. mit Muffinförmchen bestücken und die Hälfte des Teigs auf die Mulden aufteilen. Die Hälfte aller Tomaten und je 1 - 2 locker zusammengerollte Schinkenscheiben in die Mulden setzen. Den restlichen Teig und die restlichen Tomaten in die Mulden füllen. Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad circa 25 Minuten backen. Thymian- und Rosmarinzweige zur Deko in die Muffins stecken.

Rezept abgewandelt von Essen & Trinken


Erst als ich älter wurde und so richtig begann für mich selbst und den Herzmann zu kochen, näherte ich mich ganz langsam an die Tomate an. Erster Schritt: Ich schnibbelte sie klein, um sie unter meine Soßenkreationen zu mischen. Wenige Jahre später wagte ich es sogar schließlich Caprese selbst zuzubereiten und zu essen - mit Tomate! Dabei muss noch heute bei jedem Bissen die Mozzarellascheibe dicker als die Tomatenscheibe sein und das Basilikumblatt darf nicht zu klein sein. Und heute esse ich tatsächlich den Tomatensalat mit den Tomatenstücken zu meinen Nudeln und nicht bloß die Brühe. Ich würde sagen: Tomaten-Antipathie (fast) überwunden!


Und noch ein „Fun Fact“ aus dem Blogger-Dasein zum Schluss: Diese leckeren, herzhaften Muffins habe ich übrigens das letzte Mal vor zwei Jahren gebacken - da bereitete ich nämlich für eine Kooperation ein hübsches Picknick vor. Natürlich musste es ausgerechnet am Shooting-Tag und am Tag darauf ordentlich regnen. Und so kamen die hübschen Dinger nicht vor die Linse - genauso wie ein paar andere Leckerchen. Neulich hatte mich aber die Lust gepackt endlich meine Muffinform, die ich vom Herzmann zu Weihnachten bekam, einzuweihen - mit diesen herrlich saftigen Muffins.


Muffinform: Anthropologie (ähnliche Form)

Ich wünsche Euch einen wundervollen Mai mit viel Sonnenschein, Spargel, Maiglöckchen, Grillfeiern, Spaziergängen und Straßenfesten. Ich liebe den Mai und freue mich jetzt schon auf all das, was kommen mag.

Lasst es Euch gut gehen!

Liebst
Vivienne

Kommentare:

  1. Also ich finde dass die Muffins absolut köstlich aussehen! Tomaten liebe ich absolut, an pikante Muffins habe ich mich noch nie herangewagt. Das mit der Küche kann ich mir vorstellen, aber man muss ja auch nicht jeden Sonntag eine vierschichtige Torte aus dem Ärmel schütteln, oder? ;)
    GLG und einen guten Wochenstart!
    Charlotte

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  2. Oh ja, das Ding mit den Tomaten. Ich hab früher auch quasi nur Ketchup gegessen ;-) Das hab ich glücklicherweise abgelegt und liebe nun Tomaten aller Art – auch getrocknete Tomaten finde ich grandios und die wären doch vielleicht auch eine leckere Ergänzung zu Deinem Rezept, das ich auf jeden Fall gerne ausprobieren will... Lieben Gruß von Fee

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  3. Oh Vivi! Die Form!! ♥
    Die Tomate und ich haben auch ein ähnliches Verhältnis... ich mag sie nämlich nicht in Rohzustand. Tomate-Mozzarella ein absoluter Graus für mich!! (Außer ich pick mir den Mozzarella raus *gg*)
    Die Muffins sehen aber wirklich grandios aus! Ich bekomm jetzt am Morgen schon hunger! :)

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  4. Mhhhhhh,
    warum backe ich gerade süße Hefebrötchen...? diese Muffins wären jetzt auch super gewesen... okeeee, dann kommen die in zwei Tagen dran (!)....lieben Dank für das schöne Rezept und sie sagenhaft schönen Fotos!!!
    Bunte Grüße
    Imme

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  5. Liebe Vivienne,
    deine Fotos sehen ja wieder mal richtig klasse aus und die schöne Muffin-Form, ich glaube ich bin verliebt ❤, da muss ich gleich mal klicken... Ich mag ja auch so deftige Muffins total gerne. Das Rezept wandert gleich mal in die "Ausprobieren"-Sammlung...
    Liebste Grüße
    Simone

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  6. Liebe Vivienne,
    mmmh die Muffins sehen echt seeehr appetitlich aus :)
    Ich habe lustigerweise auch vor kurzem das gleiche Rezept wie du als Basis genommen und auch Tomatenmuffins gemacht. Ich hab sie allerdings mit Parmaschinken gemacht, war auch sehr lecker! ;)
    Herzhafte Muffins sind jedenfalls wirklich was gutes :D

    Liebste Grüße
    Lea

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  7. Klingt sehr lecker. Rezept ist abgespeichert und wird bei Gelegenheit ausprobiert. Danke für's Teilen! :-)

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  8. Die Muffins sind wirklich unglaublich lecker! Als ich das Rezept bei dir entdeckt habe, musste ich sie gleich einmal ausprobieren und ich bin wirklich begeister! (:
    Auch die Bilder gefallen mir sehr gut! (;

    Liebe Grüße
    Elena.

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  9. Mmh lecker. Herzhafte Muffins hab ich ja schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gemacht, irgendwie vergesse ich immer, dass es die ja auch in nicht süß gibt. Ha ha. Die werden doch gleich mal auf meinen Speiseplan geschrieben.

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