Mittwoch, 11. Juli 2012

Mit 26 Jahren, da fängt das Leben an.

Hallo Welt!

Das hier wird wahrscheinlich mein persönlichster Eintrag werden. Und das, wo heute mein Geburtstag ist. Ich werde sechsundzanzig Jahre alt. Anlass genug, um Euch an meinen aktuellen Gedanken teilhaben zu lassen.


Anders wie in den Jahren zuvor macht mir diese Zahl tatsächlich Angst. Ich befinde mich auf dem Highway 30 mit Vollgas voraus. Und das möchte ich nicht. So schlimm war dieses Gefühl noch nicht mal als ich zwanzig Jahre alt wurde. Und das war schon schlimm, glaubt mir. Wenn Du kein Teenie mehr bist, wird Dir automatisch mehr Verantwortung zuteil.
Schon nach zwei Semestern an der Uni wollte ich wieder zurück in die Schule. Ich fühlte mich alleine, im Stich gelassen. Einer von Zehntausenden auf einem Campus, der optisch an eine Mischung aus Konzentrationslager, Plattenbau, sovjetischem Versuchslabor und Krankenhaus erinnert. Niemand interessiert sich für mich und ich interessiere mich für niemanden (mit wenigen Ausnahmen!). Und das sollte im Idealfall noch vier Jahre so weitergehen. Die Motivation war praktisch gar nicht vorhanden. Um mich herum das Gegenteil: Emsige Studenten, die sich in Lerngruppen trafen, auf Studentenparties gingen, ihr Leben als Studenten zelebrierten. Ich mag am Studenten-Dasein eigentlich nur die viele freie Zeit, die ich in wesentlich spannendere und nützlichere Dinge investieren kann.
Hätte ich zu diesem Zeitpunkt gewusst, dass ich diesen Ort der tiefen Abneigung erst nach vielen Jahren verlassen würde - ich wäre wahrscheinlich keinen einzigen Tag mehr hingegangen.


Im September melde ich nun meine Magistearbeit an, im Juni finden dann meine mündlichen Abschlussprüfungen statt. Somit werde ich nächstes Jahr genau um diese Zeit frischgebackene M.A. sein. Endlich kann ich all das hinter mir lassen! Wie sehr ich mich auf den Tag freue, an dem ich meiner Uni den Rücken kehren werde. Auf Nimmerwiedersehen! Und: Danke für nichts!
Ich bin momentan dabei Möglichkeiten für meinen weiteren Werdegang auszuloten. Volontariat? Journalismus-Masterstudium? Journalisten-Akademie? Wer nimmt mich? Wo habe ich Chancen? Sind diese Ideen eh alle zum Scheitern verurteilt? Ich mache mir - ganz ehrlich - ziemliche Sorgen. Der Markt ist überlaufen. Bin ich irgendwie, irgendwo besser als die Anderen? Ich habe im Laufe meines Studiums vier Praktika bei verschiedenen Tageszeitungen und einem Radiosender gemacht. Habe ich damit gute Chancen? Ich weiß es nicht. Bewerben, bewerben, bewerben. Warten, warten, warten. Kann ich mich in bestimmten Punkten von der Masse abheben? Habe ich reelle Chancen eine Platz zu finden, der mich zu dem bringt, was ich machen möchte - dem Schreiben?


Dabei hatte ich so viele Pläne. Ich wollte nach dem Studium in die USA. Hauptfach Amerikanistik - vielleicht gar keine schlechte Idee. Aber was da machen? Wie finanzieren? Wie ist das mit dem Visum? Nur drei Monate? Will ich das wirklich? Bringt mich diese Zeit weiter - auch im Job? Und was ist mit dem Herzmann? Erst einmal auf Eis gelegt. Ich muss weiterkommen, keine Zeit verschwenden. ICH BIN SCHON ZU ALT, UM MICH AUSZURPOBIEREN. Dabei habe ich mein ganzes Leben nichts anderes gemacht als eine Schulbank zu drücken. Abitur: Juni 2005, Beginn Studium: Oktober 2005. Keine ausgedehnte Auslands-Reise dazwischen auf Kosten der Eltern - wie es einige der ehemaligen Mitschüler gemacht haben. Ich wollte eigentlich alles schnell durchziehen. Immer weiter. Ich muss Bewerbungen schreiben, mich festigen. Und dabei diese verdammten Normen mit denen man konfrontiert wird. "In Deinem Alter hatte ich schon Kinder und war verheiratet." Ich kann es einfach nicht mehr hören. Ich studiere doch! Ich habe nicht mit siebzehn Jahren eine Lehre angefangen und mit neunzehn Jahren meine erste Stelle angetreten.

Ich bewerbe mich in ganz Deutschland. Das bedeutet, dass ich vielleicht schon in einem Jahr meinen Lebensmittelpunkt verlagern werde. Eine weitere Tatsache, die mir Angst macht. Will ich das wirklich? Ich liebe Wiesbaden, ich bin hier geboren, aufgewachsen. Hier leben alle, die ich kenne und liebe. Aber ich habe Wiesbaden nie verlassen, habe nie woanders gelebt. Wird es Zeit für mich auszubrechen und endlich etwas Neues zu erleben? Egal, wie es kommen wird: Ich bin bereit.


Doch irgendwie bin ich gleichzeitig auch in einem Trott gefangen. Es liegen so viele Aufgaben vor mir, die ich erledigen muss. Die letzten Hausarbeiten schreiben, die Literatur für die Magisterarbeit vorbereiten. Ich komme zu nichts, ich kann mich nicht ermutigen. Der Endspurt ist da und ich verfalle in die Angststarre? In die absolute Trägheit? Was ist los mit mir? Möchte sich mein Unterbewusstsein doch an das Gewohnte klammern?


Ich bin ab heute sechsundzwanzig Jahre alt. Sechs-und-zwanzig. S E C H S U N D Z W A N Z I G. Ich werde heute mit meiner Mutter am Hafen im Lieblingslokal frühstücken und dann mal schauen. Es soll ja trotzdem ein schöner Tag sein. Und ich werde das Geschenk vom Herzmann den ganzen Tag im Anschlag haben: Eine Canon 450D. Ich habe ja eigentlich gerne Geburtstag. Ich freue mich darüber, wenn sich Freunde bei mir melden und mir gratulieren. Auch wenn ich sie länger nicht gehört habe. Auch wenn sie nur Facebook daran erinnert. Ich mache es ja nicht anders. Ich freue mich über jeden, der heute an mich denkt. Und der mir nicht unter die Nase reibt, dass das hier der Anfang vom Anfang ist.

Liebst,
Eure Vivienne





Kommentare:

  1. Du schreibst mir so aus dem Herzen! Aber mal ehrlich, ist das nicht das Leben? Ungewissen, Angst, Neugier, Neues, Freude.. das schöne scheiß Leben hat eben keine Anleitung und man muss sich jeden Tag neu finden und behaupten!
    Ich bin mir sicher, dass du das ganz gut meistern kannst, egal welchen Weg du gehst..

    Alles alles Liebe zum heutigen Tag und hab einen wundervollen Geburtstag
    Alles Liebe Ina

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    1. Liebe Ina! Schau einmal in Dein E-Mail-Postfach. You've got mail! :-) Liebst, Vivienne

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  2. Dann sag ich mal HAPPY BIRTHDAY und Kopf hoch, es findet sich immer ein Weg - und glaub mir, was ist schon 26?!?! Lass Dir das gesagt sein, von einer 33-jährigen, mit Freund - unverheiratet und ohne Kinder - was glaubst Du, was ich mir öfters mal anhören darf? Was solls! Ich mach alles, wann und wie ich es will und wenn es für mich der richtige Zeitpunkt ist ;-)

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  3. Liebe Vivienne,

    herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!
    Einen sehr persönlichen Post hast du geschrieben...
    Also um die 30! mach dir mal Sorgen, wenn es soweit ist :-)
    Ich hatte auch Probleme damit 30 zu werden...aber ganz ehrlich..ab 30 war eine wundervolle Zeit!!
    Wiesbaden zu verlassen ist vielleicht schwer aber keine schlechte Idee, muss doch nicht für immer sein...raus aus dem Trott...was anderes sehen, fühlen, leben...warum denn nicht??
    Ich wünsche dir alles Gute, mach dir nicht um alles immer Gedanken...lebe auch & hab Spaß...manches findet sich auch mal von alleine!
    Liebste Grüße Birgit

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    1. Dankeschön, liebe Birgit! Gedanken mache ich mir immer - das kann man wohl nicht abstellen. Aber solche Worte tun gut und machen vor allen Dingen auch Mut! "Raus aus dem Trott" ist das Stichwort. Und wenn die Familie noch hier in Wiesbaden ist, gibt es ja auch immer wieder einen Grund zurückzukehren. :-) Liebste Grüße, Vivienne

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  4. Solche Selbstzweifel von jemanden, der einen dermaßen inspirierenden Blog schreibt? Unfaßbar! Liebe Vivienne - ich lese schon seit geraumer Zeit Deinen Blog und freue mich sehr oft über Deine Kreativität und Deine Gedanken...glaubst Du wirklich, daß jemand, der so unermüdlich einfallsreich ist und auch noch gerne und gut darüber schreibt, keine Chance auf unserem Arbeitsmarkt hat? Für so pessimistisch hatte ich Dich gar nicht gehalten ;0) Lass es Dir gesagt sein - es wird nicht nur alles gut, es wird sogar alles besser: Du wirst Tag für Tag mehr zu dem Menschen heranreifen, der Du sein sollst und dieser Mensch, das sieht man ja jetzt schon, wird ein Mensch sein, der das Leben mit all seinen wundervollen Kleinigkeiten liebt und der es verstehen wird, andere Menschen zu inspirieren. Fühl Dich gesegnet mit all Deinen Gaben und laß einfach die Angst hinter Dir - Angst lähmt sogar einen positiven Geist wie Dich. Hab Vertrauen in die Zukunft und folge Deinem Herzen - das ist der wichtigste Rat, den ich Dir an Deinem Geburtstag mitgeben möchte. Mir haben nach dem Abitur alle geraten, mein geplantes Studium der Journalistik anzutreten und weiterhin eine Wochenendbeziehung zu führen - aber mein Herz hat gestreikt: so habe ich nie studiert, aber dafür bin ich jetzt die 16 glücklichsten Jahre meines Lebens mit meinem Herzensmann zusammen, 10 Jahre verheiratet und mit drei wundervollen Kindern gesegnet. Es gibt sicher Menschen, die das als völlig mißglückte Karriere ansehen würden...aber weißt Du was? Ich bin glücklich und mache andere Menschen glücklich - wenn das keine erfolgreiche Karriere ist, weiß ich auch nicht ;0) Laß also die Angst gehen und folge Deinem Herzen... Du bist ein wundervoller Mensch und der sollte heute gefeiert werden! Vergiß die Zahl - sie bedeutet rein gar nichts.
    Alles Gute zum Geburtstag wünscht Dir Uta

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    1. Liebe Uta! Ich danke Dir aus tiefstem Herzen für all Deine lieben Worte! Du machst mir wirklich, wirklich Mut, dass doch nicht alles so hoffnungslos erscheint. Ich bin eigentlich ein Mensch, der immer seinem Herzen bislang gefolgt ist, aber manchmal - und das hast Du richtig erkannt - kommen da diese Momente, wo mir das Vertrauen fehlt und die Angst vor der Zukunft überhand nimmt. Aber, wie Du auch schon sagst - ich werde den für mich richtigen Weg schon finden. Da bin ich mir auch ganz sicher. Ob der jetzt ein abgeschlossenes Studium mit anschließener Karriere sein wird oder doch ein Café in Timbuktu - wer weiß. ;-) Ich wünsche Dir auch alles Liebe! Liebste Grüße, Vivienne

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  5. Liebe Vivienne,

    deine Gedanken kennen wohl die meisten - wenn nicht alle - sehr gut. Jeder steht mal irgendwo an so einem Punkt. Keine Sorge, das wird sich legen! :) Ich sag dir das aus Erfahrung.
    Dieser Druck, den die Gesellschaft und die Umgebung uns gibt, mit wie vielen Jahren man verheiratet und Kinder haben "soll", mit wie vielen Jahren man was erreicht haben "soll", usw. Du wirst sehen, dass es so etwas nicht gibt. Es gibt kein sollen, kein zu alt dafür, kein beeil dich du bist spät dran! :) Es sei denn, du lässt es zu, dass dich solche Gedanken beeinflussen.
    Und was sagt ein Alter schon aus? Ich hab mal vor einiger Zeit darüber nachgedacht, wie komisch es eigtl. mit dem Alter ist. Stell dir mal vor, wir hätten eine ganz andere Zeitrechnung und ein Jahr dort würde 5 Jahren jetzt entsprechen. Dann wär ich jetzt 5 1/2 Jahre alt....würde das irgendetwas daran ändern, wie ich mich fühle? Es geht immer nur darum, wie man sich fühlt, ob man glücklich ist und ob man sich für etwas bereit fühlt oder nicht. Du solltest dich durch nichts unter Druck gesetzt fühlen, das ist DEIN Leben, du kannst es so gestalten wie du möchtest.
    Im Übrigen wirst du feststellen wie spät Leute, die studieren, Kinder bekommen, du liegst also noch super im Schnitt. ;) Ich promoviere und du kannst dir vorstellen, wie spät hier die Leute Kinder bekommen und heiraten!
    Das war auch nie mein Plan. Ich hab mir immer vorgestellt, mit 25 verheiratet zu sein und Kinder zu haben. Aber mein Leben hat nein gesagt und ich bin dankbar und glücklich dafür. Und jetzt denke ich auch: "Du wolltest immer früh Mama werden! Aber wenn du früh Mama wirst, dann hast du echt früh kein Leben mehr für dich alleine oder mit deinem Partner. Erst wenn die Kinder wieder weg sind, was dann erst mit 45 Jahren oder so der Fall ist... Irgendwie bin ich froh, dass ich doch noch keine Kinder hab und das Leben zu zweit genießen kann. Kinder, das kann alles noch kommen und es wird toll werden, aber die Zeit jetzt ist auch toll!" :):)
    In dem Sinne, genieß dein Leben, Zweifel sind zwar beängstigend aber normal und ich bin sicher, du wirst DEINEN Weg finden. Den Weg, den du dir selbst ausgesucht hast und mit dem du glücklich bist.

    Liebste Grüße aus Karlsruhe,
    Yoojin (für meinen ersten Kommentar ganz schön lang geworden...;))

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    1. Liebe Yoojin! Du hast vollkommen Recht. Eigentlich bin ich auch keine Person, die allzu viel auf die allgemeine Meinung und Ansicht der "Masse" gibt. Aber wenn Personen aus Deinem näheren Umfeld Dir immer wieder unter die Nase reiben, dass Du bestimmte "Ziele" noch nicht erreicht hast oder mittlerweile schon in einem Alter bist, wo Du sie schon längst hättest erreichen sollen - dann fängt man doch zu zweifeln an. Ich fühle mich nicht wie 26! Ich kann noch nicht einmal richtig für mich selbst sorgen - wie könnte ich da zum Beispiel schon jetzt eine Familie gründen? :-) Und das ist auch genau der Punkt - Menschen, die studieren, bekommen nun mal später ihre Kinder. So ist das einfach und so war das schon immer. Menschen, die nicht studiert haben, verstehen das scheinbar nicht so wirklich. Und hinzu kommt, dass ich auch nie früh eine Familie gründen wollte. Ich habe doch noch so schrecklich viel vor und ich stehe doch erst noch ganz am Anfang von allem! Vielen Dank für Deine Worte, die mir Mut gemacht haben, dass ich nicht alleine mit meinen Ansichten bin. Dir alles Liebe und viel Erfolg bei Deiner Promotion! Liebste Grüße, Vivienne

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  6. Bald 28, ein Kind - aber unverheiratet, kein Abitur, kein Studium, keine Aufstiegschancen im Job... Jeder sowie er will oder? HAPPY BIRTHDAY!

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    1. HAHA! Da hast Du Recht! Und den Humor niemals verlieren, nicht wahr? :-) Liebste Grüße, Vivienne

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  7. Danke für den Post!Das zeigt vielen, dass sie nicht allein sind. Ich bin auch schon länger (zu lange?), d.h. seit 2006, am Studieren und wurde von einer vermeintlichen Freundin auch noch darauf hingewiesen: "Echt?so lange?KRASS!". Ich muss mir immer wieder sagen, dies ist dein Weg, auch wenn es länger dauert, ich bin nicht perfekt!Ich hoffe ich kann in ein paar Jahren darüber lachen. Im Moment bin ich einfach nur verzweifelt!

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    1. Liebe "Anonym"! Erst seit 2006 am Studieren!? PAH! Ich setze noch ein Jahr drauf. Ich studiere seit 2005! Was würde Deine "Freundin" denn dazu sagen, mh? :-) Nicht verzweifet sein - Kopf hoch! Das wird und ein Ende ist - irgendwann? - in Sicht. Auch wenn es, wie bei mir, acht Jahre dauern wird. Aber die Zeit habe ich wohl gebraucht. Liebste Grüße, Vivienne

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  8. HETZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!!!!

    So wie es Dir jetzt geht, ging es mir nach der Schule, als ich mich plötzlich für einen ganz anderen Weg entschieden habe, als immer gedacht und dann keinen Studienplatz bekam. Es ist diese Ungewissheit, aber irgendwann regelt sich alles von allein, auch wenn man nicht daran glaubt. ;-)

    Ich werde kommendes Jahr 30 und finde es gar nicht so schlimm. Das Schlimmste ist eigentlich daß einem andere Leute immer versuchen einzureden wie das schlimm das ist und wie alt man dann ist und was sie bis dahin alles geschafft haben. Ganz ehrlich, ich habe selbst so vieles erlebt und geschafft seitdem ich nicht mehr in der Schule bin. Also einfach nicht zuhören! Ich studiere selbst noch, mußte 5 Jahre warten bis ich anfangen durfte. Ich habe zwar schon im Ausland gelebt, eine Ausbildung und einen Job, bin aber auch noch nicht verheiratet und habe auch noch keine Kinder. Ich werde Anfang 30 sein, bis sich das erfüllt. Mir wird es auch ständig unter die Nase gerieben. Na und? Du lebst Dein Leben ja für Dich und nicht, damit es anderen gefällt. Du allein mußt mit dem zufrieden sein, was Du tust. Laß Dich nicht von anderen Leuten unter Druck setzen.

    Wenn Du gerne ins Ausland möchtest, mach es. 3 Monate ist keine lange Zeit und wird Dir und dem Herzmann nicht schaden. Mein Freund ist nun seit 2 Monaten weg und kommt in einem Monat wieder. Man gewöhnt sich daran und drei Monate sind schnell vorbei.

    Ich offe sehr Du genießt Deinen Tag und läßt Dich schön beschenken!!!
    Ganz liebe Grüße!

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  9. Liebe Vivi,
    herzlichsten Glückwunsch zum 26. Geburtstag!
    Bleib einfach wie Du bist! Dann wird es schon werden...

    Deine Überlegungen sind richtig und wichtig, um Dir DEINEN Weg zu ebnen.

    In 10 Jahren wirst Du Deine Zeilen nochmal lesen und Dich wundern... über das Leben, die Liebe, die Zeit und die (Un-)Endlichkeit mancher Dinge. Und sicherlich wirst Du Dir dann ein Schmunzeln nicht verkneifen können. Du wirst dann in den Spiegel schauen und sagen: DAS bin ICH! Und gut so, weil...

    Der Rest bleibt abzuwarten und wird Dich hier und da froh und noch froher machen. WENN Du bleibst, wie Du bist!
    Alles Gute für Dich!!
    Und dass all' Deine Wünsche, Träume und Hoffnungen in Erfüllung gehen!!!

    Btw: 30+ ist gar nicht so schlecht, wie Du befürchest! Ganz im Gegenteil... ;-)
    Ganz wesentliche Dinge sind dann einfacher, schöner, besser... Versprochen!

    Ganz liebe Grüße und eine dicke Umärmelung, Yvonne

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  10. Liebe Vivienne,

    zuerst: Happy Birthday!

    Ein sehr persönlicher, aber sehr schöner Post! Ich kann dich gut verstehen und kann dich nur ermuntern, gelassen zu bleiben.

    Ich bin fast 28 und gehe somit noch schneller auf die 30 zu ... aber hey, ich finde es eigentlich gut. Ich freue mich immer über eine neue Zahl am Anfang und nehme mich irgendwie mit jedem Jahrzehnt selbst ein bisschen ernster. ;) Auch nicht schlecht.

    Wenn man nicht so etwas wie Jura oder Medizin studiert, ist es einfach wahnsinnig schwer, seinen Weg zu finden. Aber lass dich treiben, es gibt so viele Möglichkeiten. Wobei der Anfang, das ist bei allen Geisteswissenschaften so, einfach schwer ist. Nicht entmutigen lassen, nicht aufgeben, und vor allem: dir selbst treu bleiben. Nicht irgendeinen Job machen, nur weil man denkt, den jetzt machen zu müssen und dabei kreuzunglücklich zu sein. Vertrau auf deine Fähigkeiten, du bist so ein kreativer Mensch. Das wird früher oder später auch ein toller Arbeitgeber merken! :)

    Und die Kindersache: Das ist sowieso immer falsch, egal wie du es machst. Du kriegst zu hören "In deinem Alter war ich schon verheiratet und hatte Kinder". Ich zum Beispiel habe mit 25 ein Kind bekommen und habe geheiratet, und was kriegte ich zu hören? "Das muss man doch heutzutage nicht mehr so früh machen, denk doch an deine Karriere, du hast doch nicht umsonst studiert, bleib bloß selbstständig". Und wenn du dann ein Kind hast und trotzdem schnell arbeiten gehst "Das arme Kind, dass es einfach zur Tagesmutter abgeschoben wird". Und wenn du zu Hause bleibst "Du bist doch zu jung um das Mütterchen am Herd zu sein".

    Also: Versuch dich von den ganzen Erwartungen an dich und das Leben zu lösen. Bleib in Wiesbaden, wenn es sich richtig anfühlt. Zieh weg, wenn sich das richtig anfühlt. Und die Examensstarre ist total normal - ich glaube die kriegt jeder (außer ganz komische Menschen ;)) ).

    Liebe Grüße,
    Laura

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  11. Hallo Vivi,
    erstmal gratulier ich dir herzlich zum Geburtstag!

    Deine Gedanken kann ich so bzw. in ganz ähnlicher Weise total nachvollziehen. Ich werd in 2 Monaten 25, was für mich schon so einen Wendepunkt bedeutet. Ich bin auch oft am "Grübeln", geh ich den richtigen Weg, waren meine Entscheidungen richtig, was wäre, wenn ich was anders gemacht hab. Wie soll ich meinen Weg weitergehen?!
    Ich glaub, in gewisser Weise muss man sich einfach auf sein Bauchgefühl verlassen und einen Weg soundso einschlagen und akzeptieren, dass es kein 100%iges Falsch oder Richtig gibt. Man wird eh nie rausfinden, wie es andes gewesen wäre... Am Wichtigsten finde ich, dass man Rückhalt von seinen Liebsten hat und sowie ich mir das bei dir vorstelle, wirst du da 100 %ig unterstützt!

    Ich wünsch dir auf jeden Fall noch einen tollen Geburtstag mit ganz viel Spaß und Freude!
    LG, Miriam

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  12. Herzlichen Glückwunsch :)

    Das mit den selbst zweifeln kenne ich obwohl ich grade mal 19 bin.
    War der Beruf die richtige Wahl? Ist es gut das ich mein ABI
    nachmache. und und und. Aber hey so wie es kommt so wird es auch
    der richtige weg sein auch für dich (:

    Ich wünsche dir einen klasse Tag genieße deine Zeit als 26 jährige
    :D lass dich feiern und beschenken.

    Liebste Grüße
    caroxstyle

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  13. Erstmal herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Ein toller Text im Sinne von deinem Schreibstil usw! War den das Studium wirklich so schlimm? Oder was genau hat dir daran nicht so gut gefallen? Ich habe nämlich auch immer mit einem Jouralismusstudium geliebäugelt und lässt mich gerade ein wenig zweifeln ;) Oder habe ich das einfach nur falsch verstanden?
    Jedenfalls wünsche ich dir einen sonst tollen Geburtstag!
    Liebe Grüße
    Ronja

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  14. Liebste Vivi,

    ich wünsche Dir von Herzen, alles, alles Liebe zum Geburtstag. (Ist das denn überhaupt angebracht, angesichts Deiner Bedenken und Gefühle???)
    Zu alt?? - Du spinnst wohl!! Lass Dir von mir (immerhin 42!) eins mit auf den Weg geben: ZU ALT GIBT ES NICHT!!! "Zu alt" findet in den Köpfen der Konservativen statt und konservativ, meine Liebe, ... so habe ich Dich nicht in Erinnerung. :-)
    Wer aufhört sich auszuprobieren, sich neu im Leben zu positionieren, der hat doch schon halb verloren - finde ich jedenfalls. Das Leben ist zu spannend und zu unberechenbar, als dass ich mich mit der Idee des "Lebenplans" anfreunden könnte. Weiß ich, was ich in 6 Monaten spannend und ausprobierenswert finde? - Nein. Und so funktioniert mein Leben eben. Den großen Plan, den manche mit Anfang 20 haben (Haus, Hochzeit, Kinder) mag für einige funktionieren. Für mich (und ich glaube auch für Dich) nicht!
    Liebe Vivi, das Leben fängt ab 30 erst an so richtig, richtig großartig zu werden!! Glaub mir. Deine Angst möchte ich gar nicht kleinreden, da sie für Dich real ist - aber glaube mir - ES GIBT KEINEN GRUND DAFÜR!

    Ich schicke Dir eine liebe Umarmung.

    Esther

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  15. Happy Birthday!

    Viele Menschen haben solche Phasen. Ich bin auch kein Mensch, der Unsicherheiten mag. Vieles muss man einfach nach Gefühl machen. Ich hab auch schon vor 6 Jahren ein Studium angefangen, was die totale Katastrophe für mich war. Bis ich das einsehen konnte und einen anderen Weg eingeschlagen habe hats auch vier Semester gedauert. Jetzt schließe ich meinen Bachelor ab und durfte mir da auch permanent Kommentare zu meinem Alter anhören - aber mittlerweile sind die Leute selbst 1-2 Semester im Verzug, läuft halt nicht immer alles nach Plan. Wichtig ist, auf sein Gefühl zu hören und Sachen auch tatsächlich durchzuziehen, wenn man es wirklich will. Ich habe meine Auslandsträume erfüllt (vier Monate Au Pair in Paris, halbes Jahr Studium in Kanada und viel Reisen in den USA/Kanada) und möchte die Erfahrung nicht missen, es bringt einen unglaublich weiter! Aber wenns sich nicht richtig anfühlt, man eigentlich nicht sooo dolle Lust hat - dann findet man was tolles in Deutschland. Das halbe Jahr haben mein Freund und ich auch super überstanden.
    Wird schon! Bloß nicht zu viele Gedanken machen. Das mache ich auch immer.

    Lg Carina

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  16. Liebste Vivi,
    erstmal nochmal einen wundervollen Geburtstag (hoffentlich hast Du meine SMS bekommen!? :)) und ich hoffe, Du konntest den Tag mit Deinen Liebsten und Deinem neuen Spielzeug genießen! :)
    Meine Liebe, lass Dich nicht von anderen Leuten oder von irgendwelchen Normen stressen, lerne, das auszublenden. Du lebst für Dich, Du lebst nur einmal und hauptsache, Dir geht es gut! Wir leben nicht mehr vor 50 Jahren wo Du jetzt zwangsläufig schon 3 Kindern hättest (und damit will ich niemanden diskriminieren, der das in Deinem alter jetzt schon hat - jeder soll so glücklich sein wie er es mag, aber im eigenen Tempo und ohne von anderen gedrängt zu werden! :)) und mit 26 das Leben vorbei ist wenn Du noch nicht weiß, was Du mit dem Rest des Lebens anfangen willst. Freu Dich, dass Dir die Welt offen steht und wer weiß, wohin es Dich verschlägt, versuch vielleicht einfach, das positiv zu sehen und als Abenteuer! :) Ich brauch auch ewig mit der Uni, hab da auch nicht viele Freunde weil ich schon genug enge Freund habe, selten in der Uni bin und da auch nicht unbedingt nach Kontakten suche und auch nicht das typische Studenten-Party-Lern-Leben führe und trotzdem geht es mir super, weil ich mich von niemandem stessen lasse! :)
    Du wirst schon noch Deinen Weg finden und einen tollen Job sicher irgendwann auch. Und wer weiß, vielleicht kommt auch alles gaaaanz anders und Du wirst Köchin oder so! :)
    Hihi, lass es Dir gut gehen und genieß Deinen Geburtstag!!
    Kussi! <3

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  17. Alles liebe nachträglich! Drück dir die Daumen, dass alles irgendwie zu dir kommt und du dir nicht mehr so viele Sorgen machst!

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  18. Hey Vivienne,

    alles Liebe und Gute zum Geburtstag naaaachträglich! Ich bin gerade durch Lu's Gastpost hier gelandet und hab ein bisschen gestöbert.
    Wenn es dich tröstet: Ich bin 28 und habe keine Kinder. Dabei habe ich zwar Abi, aber nicht studiert, bin seit Januar 2006 mit meiner Ausbildung fertig und somit schon ne Weile am arbeiten!
    Und ich habe einige Kolleginnen Mitte/Ende 30, die keine Kinder haben (obwohl sie es vielleicht irgendwann wollten, aber der passende Mann zum richtigen Zeitpunkt fehlte) und trotzdem ein erfülltes Leben haben.
    Ich mache mir auch oft Gedanken, ob ich den richtigen Weg eingeschlagen habe. Ob ich nicht vielleicht doch nach dem Abi hätte studieren sollen (obwohl ich nach dem Abi da keine Lust zu hatte), ob ich nicht doch einmal aus meiner Heimatstadt weggehen hätte solle, ob nicht doch ein längerer Auslandsaufenthalt mal toll gewesen wäre...
    Aber ist es nicht normal, dass man mal ein bisschen zweifelt "hätte, wäre, wenn"? Wer ist schon mit sooo viel Selbstbewusstsein und Vertrauen in sich selbst und seine Entscheidungen ausgestattet, dass er da nicht mal ab und an ins grübeln kommt?

    Und nochmal wegen dem Alter: Der 27. Geburtstag war für mich irgendwie "schlimm". Ich war da grad ein halbes Jahr mit meinem Freund zusammen, der drei Jahre jünger ist als ich. Und meine Mama war grad 27, als ich (als ihr erstes Kind) auf die Welt kam. Das waren irgendwie zwei Dinge, die mich immer denken ließen: "boah, bist du alt! 27 ist ein Alter zum Kinder kriegen und total erwachsen sein". Dieses Jahr wars gar nicht schlimm ;)
    Man ist immer nur so alt, wie man sich fühlt :)

    Ich wünsche dir ganz viel Erfolg bei der Jobsuche, da bist du doch bestimmt erfolgreich. Drücke dir auf alle Fälle die Daumen, das klappt schon :)
    Liebe Grüße, Goldengelchen

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  19. Hallo Vivienne,

    es ist wirklich komisch, aber ich habe heute auch den ganzen Tag so grübeln müssen über all die Dinge die du auch schreibst...und dann bin ich auf deinen Eintrag gestoßen,der mich wirklich inspiriert hat.
    Ich bin jetzt 27 und habe nach dem Studium noch eine Weiterbildung begonnen die jetzt noch mindestens drei Jahre dauert. Ich liege dafür meinen Eltern auf der Tasche und ich denke immer:"Hoffentlich packst du das.Hoffentlich hat das alles einen Sinn." Geholfen hat MIR immer das Gegenwärtige zu betrachten ... "fühle ich mich jetzt so wie es ist wohl?"...denn...und so ist das nun mal, egal was in der Zukunft passieren wird, du kannst es JETZT sowieso nicht beeinflussen...also - bleib gelassen und lass die Dinge auf dich zukommen. Du entscheidest dich sowieso immer genauso, wie du dich eben entscheidest.Wenn man in der Gegenwart bleibt und seine Gefühle dabei so gut wie möglich wahrnimmt,dann lebt man.So einfach und so schwer ist das....:-)
    Liebe Grüße
    Sonya (die mit dir zusammen schon mal das Gewürzregal im Tegut sortiert hat.;-))

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  20. Hallo Vivienne,

    dieser Eintrag liegt ja nun schon etwas zurück, aber ich möchte trotzdem ein paar Worte dazu sagen.
    (Ich habe deinen Blog heute erst entdeckt - ganz großes Kompliment!!)

    Erst einmal: Wirklich alle Geisteswissenschaftler kennen diese Angst. (Ich bin Japanologin - eine von den ganz Verwegenen und kenne Anglisten, Romanisten, Kunsthistoriker, Geschichtswissenschaftler ) Und die liebe Verwand- und Bekanntschaft macht es auch nicht besser, wenn sie dauernd fragt: "Und was machst du jetzt damit?"
    Auch ist das Studium wirklich sehr weit von der Praxis - also der Praxis auf dem Arbeitsmarkt entfernt.
    Ich hatte auch immer die vage Idee in den Journalismus zu gehen. Praktika/ Studenten-HiWi-Stellen waren in unserem kleinen Uni-Städtchen aber keine mehr zu bekommen. Alles immer voll. (Ich habe im schönen Marburg an der Lahn studiert - in Nordhessen.) Als ich dann vor dem Magister stand, war also klar, dass das nichts werden wird. Mit vier Praktika bist du auf jeden Fall gut dabei!
    Für mich war nach dem M.A. dann ziemlich schnell klar, dass ich den Journalisten-Traum begraben muss. Auf ein - so gut wie - unbezahltes Volontariat hatte ich keine Lust - mein gesamtes Erspartes war bei gewissen (Pflicht-) Aufenthalten in Japan drauf gegangen. Eine Journalisten-Akademie war mir auch defintiv zu teuer (mit 15.000 EUR muss man da schon rechnen - also für die gesamte Ausbildung.) Aber das weißt du vermutlich alles. Trotzdem sage ich: Gib deinen Traum nicht auf! Schau, was geht. Bewirb dich.

    Und hier bin ich beim nächsten Punkt: Viele Geisteswissenschaftler, die kurz vorm M.A. stehen und in dieses "Ich will nicht aufhören weil ich nicht weiß was dann kommt"-Loch fallen, haben echte Probleme bei Bewerbungsgesprächen. Man muss erst wieder lernen, sich gut und positiv zu verkaufen. Das war zumindest für mich echt schwierig.
    Muss für dich ja nicht zutreffen.
    Ich empfehle aber trotzdem während der Magister-Schreib-Phase jede Menge Seminare zum Thema Bewerbung, Selbstprästentation etc. zu belegen. (Habt ihr sowas wie einen Career-Service? Das hat mir sehr weiter geholfen.)

    Noch zu meiner Geschichte: Ich war gerade mit dem M.A. fertig, als die Finanzkrise richtig schlimm war. Auf dem Arbeitsmarkt der Wirtschaft war kaum was zu holen. Daher habe ich mich auch an Universitäten beworben und bin tatsächlich in ein ach-so-tolles-Exzellenz-Dingsbums gekommen und habe eine Doktorarbeit begonnen. Aber nach zwei Jahren - ich hatte mit dem Schreiben schon begonnen - wurden unsere Mittel gekürzt und ich wurde sozusagen auf die Straße gesetzt. Das hat mich noch mal richtig runter gezogen und obwohl ich gedacht hatte, dass die akademische Welt schon nach meinem Geschmack sei, habe ich mir gesagt: Nie wieder! Und mich wieder fleißig in der Wirtschaft beworben. Nach fast einem Jahr habe ich dann endlich was gefunden und bin nun im neunten Monat schnöde Sachbearbeiterin. (Aber ich darf im Oktober und November mit auf Dienstreisen nach Japan!)
    Nun bin ich 29 - richtig ALT ;) - und gerade mal da angekommen, wo andere schon viel früher waren. Von daher mach dir keine Sorgen, die hast noch genügend Zeit deinen Weg zu finden!

    Falls du irgendwie Hilfe bei der M.A.-Arbeit brauchst - ich helfe gerne! :)

    LG,
    Chisa

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Ich freue mich über all eure Kommentare. Beleidigungen und böswillige Äußerungen werden jedoch gelöscht. Liebste Grüße, Vivienne